Usability 3000 - Blog https://www.usability3000.de Usability-Blog über die möglichst verständliche Bedienbarkeit von Internetseiten, aber auch über den Kampf mit ganz alltäglichen Dingen. de-de Jan Uhlenbrok Sat, 1 Jan 2011 00:00:00 GMT Entgegen dem Sinn Wieder mal <a rel="Jan Uhlenbrok" href="http://www.usability3000.de/madonna-und-die-toiletten-tueren/33.html">Toiletten</a>, wieder mal <a href="http://www.usability3000.de/das-waschbecken-der-zukunft/35.html" rel="Jan Uhlenbrok">Waschbecken</a>. Und nun <b>Wasserhähne</b>. Bei diesem Exemplar bietet sich erstmal keine <b>offensichtliche</b> Technik an, das Wasser anzumachen und sich die Hände waschen zu können. Kein Knopf, kein Bewegungs- oder Näherungssensor und auch kein Fußpedal (das hätte ich noch gelten lassen). Eine <b>Erklärung</b> gibt es selbstverständlich <b>nicht</b>. So blöd es erscheint: Irgendwann fällt mir unter Ausschluss aller anderen Möglichkeiten eine <b>Erhebung</b> am Ende des Hahnes auf. Und tatsächlich kann man damit durch Drehen im Uhrzeigersinn den Verschluss öffnen und das Wasser fließt letztendlich aus dem Hahn. <img src="http://www.usability3000.de/bilder/59_wasserhahn_durch_drehen_am_sieb.jpg" title="Wasserhahn durch Drehen am Sieb einschalten" alt="Wasserhahn durch Drehen am Sieb einschalten" class="pic_big" border="0" width="580"> <b>Erwartet</b> hätte ich bei diesem Vorgehen: Wenn ich bei einem Wasserhahn an dieser Stelle drehe, schraube ich den kompletten Sieb heraus, was je nach Situation eher <b>mittelgut</b> ist. Ein jahrzehntelang gelebtes <b>"Besser nicht!"</b> muss somit plötzlich überwunden werden. Das wäre in etwa so, als müsste ich meinen neuen Herd anmachen, indem ich meine Hand auf eine Herdplatte drücke. Macht das Sinn? Es gibt Menschen, die benötigen dringend eine Möglichkeit zum Händewaschen, gerade auf der Toilette. Ein <b>gebrauchstaugliches Produkt</b> muss <b>effektiv</b>, <b>effizient</b> und <b>zufriedenstellend</b> zu bedienen sein. Wenn ich als Nutzer schon an der ersten Stufe scheitere und den Wasserhahn gar nicht erst an bekomme, ist das Produkt dementsprechend <b>unbrauchbar</b>. https://www.usability3000.de/entgegen-dem-sinn/59.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/entgegen-dem-sinn/59.html Sun, 27 Jul 2014 14:12:24 +0200 Mit POP Klassik und Techno mischen <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/58.jpg" title="Beispiel für einen mobilen Papier-Prototypen" alt="Beispiel für einen mobilen Papier-Prototypen" width="200" style="border: 0px">Manche Ideen sind so gut, dass ich mich frage, warum ich nicht selbst darauf gekommen bin. Ein solcher Grund zur <b>Selbstreflexion</b> ist die <b>iPhone-App "POP"</b>. Mit POP lassen sich im Handumdrehen <b>klickbare Prototypen</b> auf Basis von selbstgezeichneten Entwürfen erstellen. Somit lässt sich etwas Klassisches ein wenig technisieren. Keine Sorge, nicht zu viel technisieren, aber sinnvoll. Und das geht so: Zunächst müssen wie sonst auch einzelne Bildschirme einer geplanten App <b>aufgezeichnet</b> werden. So wie früher damals, mit Stift und Papier. Sind alle Bildschirme aufgezeichnet, werden diese mittels POP einzeln mit der Kamera des iPhones <b>abfotografiert</b>. Danach lassen sich alle Elemente, die später irgendwie klickbar sein sollen, auf einem der abfotografierten Bildschirme <b>markieren</b> und mit weiteren Bildschirm-Zeichnungen untereinander <b>verknüpfen</b>. Fertig ist der klickbare Prototyp einer App. Und er hat doch immer noch den Charme des <b>Unfertigen</b>. Hier zwei Videos dazu: <table border="0"><tr><td valign="top">Zuerst ...<video tabindex="0" class="pictures-video" autoplay="false" loop="true" preload="" width="270"> <source src="http://assets.popapp.in/videos/home/demo-camera.mp4?20120911" type="video/mp4"> <source src="http://assets.popapp.in/videos/home/demo-camera.webm?20120911" type="video/webm"> </video></td><td>&nbsp;</td><td valign="top">... und dann<video tabindex="0" class="play-video" autoplay="false" loop="true" preload="" width="282"> <source src="http://assets.popapp.in/videos/home/demo.mp4?20120911" type="video/mp4"> <source src="http://assets.popapp.in/videos/home/demo.webm?20120911" type="video/webm"> </video></td></tr></table> <p>Was ist nun der große <b>Vorteil</b> dieser App? Klar, zeichnen muss und soll man selber. Aber dadurch, dass die Entwürfe zu einem funktionierenden Prototypen zusammengestellt werden können und das Ganze auf genau dem Gerät, auf dem auch später die App bedient wird, simuliert werden kann, verläuft ein Test in einer viel <b>realistischeren</b> Umgebung ab. Das eingeschränkte Sichtfeld und das Gefühl, ein Gerät in der Hand zu halten, damit herumlaufen zu können, entspricht exakt dem späteren Nutzungsumfeld. Einen <b>Nachteil</b> gibt es natürlich auch: Aus irgendwelchen Gründen muss man sich für die Nutzung der App über's Internet anmelden. Der genaue Zweck bleibt unklar. Dass Entwürfe allerdings an fremde Empfänger geschickt werden, konnte ich jedoch nicht feststellen. Eine clevere Verbindung mit POP ist für die Menschen unter uns, die nicht gut zeichnen können (so wie ich), das <b>"iPhone Stencil Kit"</b>. Dies ist eine robuste <b>Schablone</b> aus Metall, mit der sich bekannte Elemente der iPhone-Oberfläche einfach durch Ausmalen zu Papier bringen lassen. Somit ist es ein Leichtes, Bildschirme schnell zu entwerfen. POP ist <b>kostenlos</b>, die "iPhone Stencil Kit"-Schablone kostet dagegen 20 Euro. Verrückte Welt. Getestet habe ich POP mit einem iPhone 4S. Dort hat es super funktioniert. Bei älteren Geräten vermute ich aufgrund der schlechteren Kamera, dass das Fotografieren der einzelnen Zeichnungen ohne Autofokus etwas länger dauert. POP lässt sich in iTunes oder hier herunterladen: <a href="http://popapp.in" target="_blank">http://popapp.in</a>. Eine Version für Android-Geräte existiert leider im Moment noch nicht. Die iPhone-Schablone "iPhone Stencil Kit" kann hier bestellt werden: <a href="http://www.uistencils.com/collections/frontpage/products/iphone-stencil-kit" target="_blank">http://www.uistencils.com</a></p> https://www.usability3000.de/mit-pop-klassik-und-techno-mischen/58.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/mit-pop-klassik-und-techno-mischen/58.html Thu, 06 Feb 2014 23:15:25 +0100 Willkommen in der Wirklichkeit - Tipps für die Strassenumfrage <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/56.jpg" title="Papierprototyp für Usability-Test" alt="Papierprototyp für Usability-Test" width="200" style="border: 0px"><b>Meinungen einfangen</b> zu neuer Struktur und neuem Aussehen einer Internet-Seite: Wo geht das besser als in der <b>Osnabrücker Fußgängerzone</b> an einem kalten, aber belebten Samstag morgen bis nachmittag? <b>Nirgendwo anders</b> in der Welt vermutlich, da bin ich mir ziemlich sicher. Folgende <b>Tests</b> hatten wir für die Teilnehmer vorbereitet: <ul><li><b>Treffen</b> einer grundsätzlichen Aussage darüber, was sie von einer Internet-Seite wie der unseren in Zukunft erwarten</li><li><b>Ordnen</b> bestimmter Themen und Navigationspunkte in der gewünschten Reihenfolge nach Interesse und Vorliebe</li><li><b>Bewerten</b> eines Papierprototypen der möglichen neuen Internet-Seite auf Übersichtlichkeit, Seriosität und ähnlichem</li></ul>Anschließend oder währenddessen wollten wir ein Stimmungsbild der bisherigen Internet-Seite und allgemeine Informationen über unsere Nutzer erfahren, ohne sie direkt ausfragen zu m&uuml;ssen. Insgesamt lief es <b>grundsätzlich</b> so ab: <ul><li>Finden von Freiwilligen durch beliebiges Ansprechen von Passanten</li><li>Hereinbitten in ein Café, um ein bisschen Ruhe zu haben</li><li>Erklären des Vorhabens</li><li>Durchführen der drei Tests</li><li>Anschließend noch die Frage, ob die Teilnehmer auch Interesse an einem richtigen Benutzungstest in ein paar Monaten hätten</li><li>Aushändigen eines Gutscheins (hei&szlig;e Waffeln!) als Dankeschön</li></ul> <b>Gut funktioniert hat:</b> <ul><li>Ein einfache Frage zum <b>Aufwärmen</b>. Hätte man gleich die komplexeste Frage ausgepackt, w&auml;re das Gespr&auml;ch nicht weiter gut verlaufen. Die positive Reaktion nach unserer ersten Frage war: "Das war's schon?". Somit konnten wir beruhigt weitermachen, und <b>klammheimlich</b> die aufwendigeren Tests durchf&uuml;hren. </li><li>Der <b>Samstag morgen</b> bis nachmittag als Zeitfenster. Hier war das Publikum deutlich gemischter als an normalen Nachmittagen. Außerdem hatten viele viel mehr Zeit als in Woche.</li> <li>Zwei Personen, die die Tests durchführen, müssen sein, einer der hauptsächlich fragt und nachhakt, einer der protokolliert. In unserem Fall kam die Kombination Mann/Frau gut an.</li><li>Die kleinen Karten zum Sortieren nicht einfach nur auf dem Papier ausschneiden, sondern auf feste <b>"Kapa Platten"</b> kleben. Diese Platten kosten nicht viel, und geben den Karten ein deutlich besseres <b>Greifgefühl</b>. Notiz an uns f&uuml;r n&auml;chstes Mal: Die Karten nummerieren, denn das ist deutlich schneller zu protokollieren und auszuwerten.</li><li>Pärchen ansprechen. Bei Leuten, die alleine unterwegs waren, hatten wir den Eindruck, dass einige regelrechte Angst vor uns haben. Mit dem Partner ist die <b>Hemmschwelle</b> deutlich niedriger. Nach ein paar Stunden sieht man auch, wer sich auf ein Gespräch einlassen könnte und wer es ganz furchtbar eilig hat. Bei Pärchen nur während des Tests darauf achten, dass Beiden Gelegenheit zum Antworten gegeben wird. </li> <li>Ein Gutschein als <b>Dankesch&ouml;n</b> ist besser als Geld. In unserem Fall hatten wir Gutscheine für heiße Waffeln mit Sahne und Kirschen und Kaffee. Klingt deutlich besser als 4 Euro, oder?</li></ul><img src="http://www.usability3000.de/bilder/56_usability_strassenumfrage.jpg" border="0" width="580" title="Unsere Karten zum Sortieren der Navigationspunkte" alt="Unsere Karten zum Sortieren der Navigationspunkte" class="pic_big" /> <b>Schlecht funktioniert hat:</b> <ul><li>Selbst <b>kreativ</b> werden konnten die Teilnehmer leider nicht. Dazu reichte die Zeit nicht, die Erklärungen müssten länger sein und außerdem kommen die meisten Menschen erst in einer <b>Gruppendiskussion</b> auf wirklich gute Ideen. Man kann in einer solchen Situation also nur Sachen abfragen und ein bisschen plaudern.</li><li>Auf einem Papierprototyp lassen sich <b>Animationen</b> natürlich nur schwer darstellen. Wir haben für unsere Startseite jedoch einen Bereich geplant, in dem Bilder automatisch nacheinander angezeigt werden. Das führte zu Missverständnissen und zu der vorläufigen Meinung, dass dieser Bereich nicht zu verstehen sei.</li></ul> <b>Denken muss man an:</b><ul><li>Den <b>Test</b> vorher einmal zu <b>testen</b>. Der gute Usability-Engineer testet alles vorher, das sollte er bei eigenen Umfragen nicht vergessen. Beim Durchspielen mit Kollegen waren wir bei knapp 45 Minuten. Absolut nicht geeignet für einen solchen Test. "Haben Sie mal kurz 45 Minuten Zeit?" - da würde niemand stehenbleiben. Also haben wir die Fragen und Antwortmöglichkeiten <b>deutlich</b> reduziert, und schon blieben nur noch 15 Minuten übrig. Dadurch, dass es so schnell ging, sind die Teilnehmer auch gerne noch länger geblieben.</li><li>Einen <b>Gesprächsleitfaden</b>, entweder zum Ablesen oder zum Auswendiglernen. So vergisst man keine Fragen und solche wichtigen Dinge wie den Teilnehmern den Gutschein zu geben.</li><li>Eine Atmosphäre, in der man abschalten kann. Ein <b>Café</b> scheint trotz der Umgebungslautstärke doch sehr gut geeignet zu sein.</li><li>Die <b>Zeit</b> einigermaßen <b>einhalten</b> und notfalls den Teilnehmer nicht zu weit abschweifen zu lassen. Unsere Tests haben im Schnitt 15 Minuten gedauert und dann nochmal 10 Minuten für die Nachbereitung und neue Leute zu finden. In 5 Stunden haben wir 13 Leute am Tisch sitzen gehabt. Das ist schon ziemlich gut.</li><li>Den Laptop beim Protokollieren so stellen, dass die Teilnehmer ein bisschen <b>mitgucken</b> können. Damit sieht es nicht es nicht so aus, als würde man was Geheimes mitschreiben. Wir haben das leider vergessen.</li></ul> <b>Stolperfallen waren:</b><ul><li>Bei reinen Papierprototypen können sich scheinbar <b>nicht</b> alle Leute auf Anhieb <b>vorstellen</b>, dass große, weiße Freiräume Bilder darstellen könnten. Das müsste vorher vermutlich erst sehr lange erklärt werden. Darum sollte der gleiche Prototyp noch einmal vorliegen, mit echten Bildern drin. Zumindest wenn die Bilder, wie in unserem Fall, eine große <b>Relevanz</b> haben. </li><li>Bei solch einer Umfrage in der Innenstadt erweckt man schnell den Eindruck, dass man mit unversiegelten Blechbüchsen Geld für ein <b>nicht vorhandenes Tierheim</b> sammelt. Darum muss man mit den ersten Sätzen klar machen, worum es geht (nicht um Tiere). Zusätzlich ist eine weitere Bestätigung nochmal deutlich besser. Wir hatten Jacken mit den Logos unserer Firma dabei. </li></ul> Zum Schluss: Tests in freier Umgebung machen ziemlich sehr viel Spaß. Sie sind <b>kosteng&uuml;nstig</b> und erm&ouml;glichen den direkten Draht zum Nutzer. Noch perfekter wäre es allerdings bei <b>Sonnenschein</b> und etwas mehr als 10 Grad. https://www.usability3000.de/willkommen-in-der-wirklichkeit---tipps-fuer-die-strassenumfrage/56.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/willkommen-in-der-wirklichkeit---tipps-fuer-die-strassenumfrage/56.html Sun, 25 Nov 2012 17:13:14 +0100 World Usability Day 2012 in Bremen <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/55.jpg" title="Logo des World Usability Day" alt="Logo des World Usability Day" width="200" style="border: 0px">Am nächsten Donnerstag, den <b>8. November</b>, findet von <b>13 bis 19 Uhr</b> im <b>Weser Tower in Bremen</b> der wunderbare <b>World Usability Day 2012</b> statt. Viele spannende Vorträge und Workshops rund um die Benutzerfreundlichkeit von Software, Internet-Seiten und mobilen Apps stehen auf dem Programm. Vorträge gibt es unter anderem von Dr. Martin Schrepp, Usability-Experte bei SAP. Das komplette Programm kann unter <a href="http://worldusabilityday.de/groups/bremen/programm" target="_blank" title="Programm des World Usability Day in Bremen">http://worldusabilityday.de/groups/bremen/programm</a> abgerufen werden. Die Teilnahme ist absolut kostenlos, bis zum 05.11.2012 sollte aber eine einfache <b>Anmeldung</b> über <a href="MailTo:bremen@worldusabilityday.de?subject=Anmeldung_WUD_2012">bremen@worldusabilityday.de</a> erfolgen. Eine Anfahrtsskizze für Autofahrer kann <a href="http://worldusabilityday.de/groups/bremen/anfahrt_bremen_Wesertower.pdf" target="_blank" title="Anfahrt zum Weser Tower in Bremen">hier</a> abgerufen werden. Parkplätze stehen im Parkhaus am Weser Tower für 6 Euro bereit. Kostenlose Parkplätze finden sich in der Nähe. Wir vom UX-Stammtisch Bremen/Oldenburg freuen uns über viele Besucher. Wer aus <b>Osnabrück</b> kommt, kann mit mir mitfahren. https://www.usability3000.de/world-usability-day-2012-in-bremen/55.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/world-usability-day-2012-in-bremen/55.html Wed, 31 Oct 2012 23:07:12 +0100 Mensch, Usability 2012! <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/54.jpg" title="" alt="" width="200" style="border: 0px">Die <b>"Usability Professionals" - Konferenz</b> lässt zusammen mit der gleichzeitig stattfindenden "Mensch & Computer" das Herz eines Usability-Menschen höher schlagen. Dieses Mal fand das ganze <b>Spektakel</b> in der <b>Universität Konstanz</b> am Bodensee statt. Wie auch letztes Jahr in Chemnitz war die gesamte Konferenz gut organisiert, massenweise Helfer-Studenten in grünen T-Shirts und eine Mensa mit tollem Blick über den Bodensee. Dazu viele gute Gelegenheiten, um mit Kollegen über Benutzerfreundlichkeit ins Gespräch zu kommen. Und da waren da natürlich auch die <b>Vorträge und Workshops</b>. Licht und Schatten, um es mal so zu nennen. Meine Top 3 auf der Sonnenseite: <b>"UX in gewachsenenen Systemen"</b>: Wie man es hinbekommt, bei einem eingesetzten Programm, an welches über Jahre immer wieder geplant und ungeplant Funktionen drangeschraubt wurden, endlich mal die Gebrauchstauglichkeit überprüfen zu dürfen, war das Thema bei diesem Vortrag. Am Ende war die Aussage klar: Nur Zahlen werden die Geschäftsführung überzeugen, damit ein Usability-Engineer sich an dem Programm ausleben darf. Also ganz klar nachweisen, wieviel Geld man durch eine bessere Bedienbarkeit einsparen wird. Dann klappt es auch, ganz sicher. <b>"Mit Hilfe von Image-Schemata Gestaltungsentscheidungen systematisch treffen"</b>: Ein deutlich weniger spektakulärer Titel, dafür aber mit Inhalt. Ziel ist es, bei Produkten eine möglichst intuitive Bedienung zu ermöglichen, also eine Bedienung ohne Vorwissen. Dazu muss man unter anderem nur auf das achten, was die Nutzer sagen, in welchen Bildern sie sprechen. Der Satz "Die Lautstärke steigt an" macht klar, dass es Unsinn wäre, einen Regler für Lautstärke zu programmieren, der die Musik lauter macht, wenn man ihn nach unten schiebt. Alles klar? Wenn nicht, ein gutes Video dazu gibt es <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6nOBpJXt3Q0" target="_blank" title="Video zum Thema Image-Schemata">hier</a>. <b>"Mobile User Experience Engineering"</b>: Hier wurde der Frage nachgegangen, wann mobile Anwendungen nativ, also direkt in der Programmiersprache des jeweiligen Betriebssystems, programmiert werden sollten und wann eine einfache Web-App, eine mobile Internet-Seite, ausreicht. Ergebnis: Will man den Nutzer wirklich interaktiv begeistern und ihm etwas bieten, muss man derzeit noch nativ programmieren. Gestensteuerung und Geräte-Hardware können nämlich von Web-Apps noch nicht ausreichend verwendet werden. Und da gab es natürlich auch die <b>Schattenseite</b>: Unfertige Präsentationen mit Rechtschreibfehlern; Vorträge ohne Aussage und Botschaft von Doktoranden, die seeehr ziemlich offensichtlich nur das Ziel hatten, das eigene Publikations-Verzeichnis zu füllen; Produktwerbung für ein Handy, welches für junge Inder konzipiert, aber leider nur an deutschen Jugendlichen getestet werden ("Ob unser Produkt ein Erfolg ist, können wir Ihnen leider nicht sagen."); eine unfertige "Mobile Usability Testing"-Anwendung, Bestandteil einer drei Jahre alten Doktor-Arbeit. Die Kurzbeschreibungen mancher Vorträge versprachen im Vorfeld also leider deutlich mehr, und somit war es, genau wie im letzten Jahr, ein <b>Glückspiel</b>, ob man einen guten Vortrag erwischt. Aber da es immer heißt: "Nicht meckern, selbermachen!", gibt es nächstes Jahr auch einen Vortrag mit oder von mir. Ganz praktisch und rund, <b>versprochen</b>. https://www.usability3000.de/mensch-usability-2012/54.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/mensch-usability-2012/54.html Sat, 22 Sep 2012 14:35:04 +0200 Fahrstuhl-Beobachtungen <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/53.jpg" title="Bedienknöpfe für den Fahrstuhl" alt="Bedienknöpfe für den Fahrstuhl" width="200" style="border: 0px">Folgende Situation: Du stehst im Fahrstuhl, bist total in Gedanken, drückst auf den <b>Knopf</b> für den dritten Stock und denkst: "Ach Mist, eigentlich wollte ich doch in den ersten Stock!". Passiert mir nicht allzu oft, aber wenn, dann frage ich mich oft, wieso man eigentlich in einem Fahrstuhl seine vorherige <b>Eingabe</b> nicht <b>widerrufen</b> kann. Wieso darf ein falscher Knopfdruck 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges etwas so <b>Endgültiges</b> bedeuten? Im Sinne der <a href="http://www.usability3000.de/die-heiligen-sieben-dialogprinzipien-/52.html#prinzipien">Steuerbarkeit</a> ist folgendes vielleicht praktischer: Möchte man keine zusätzlichen Knöpfe anbringen, würde es für eine Korrektur des Ziel-Stockwerks absolut reichen, wenn ein Drücken auf den bereits ausgewählten Knopf diesen wieder <b>abwählt</b>. Zur Sicherheit vor unabsichtigem Abwählen müsste man den Knopf vielleicht kurz gedrückt halten, aber so bestünde immerhin die Möglichkeit, seine Eingabe zu <b>korrigieren</b>. Dieses Vorgehen wäre zwar immer noch <b>nicht selbsterklärend</b> oder intuitiv, aber zumindest ein Schritt in die (im wahrsten Sinne des Worte) <b>richtige Richtung</b>. https://www.usability3000.de/fahrstuhl-beobachtungen/53.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/fahrstuhl-beobachtungen/53.html Mon, 27 Aug 2012 21:06:32 +0200 Die heiligen sieben Dialogprinzipien, ... <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/52.jpg" title="Eine weltliche Darstellung der heiligen Worte" alt="Eine weltliche Darstellung der heiligen Worte" width="200" style="border: 0px">..., geschaffen, um die Welt zu verbessern. Zumindest die interaktive Welt. So oder so ähnlich haben es sich diverse Frauen und Männer vorgestellt, als sie sich die <b>sieben Dialogprinzipien für interaktive Systeme</b> ausgedacht haben. Erfüllt ein System wie zum Beispiel eine Internet-Seite oder ein Programm alle diese Prinzipien, so ist die <b>größtmögliche Effizienz</b> oder, andersrum gesagt, der kleinstmöglichste Aufwand bei der Nutzung erreicht. Im Ergebnis ergibt dies dann eine gute Benutzerfreundlichkeit oder Usability oder <b>Gebrauchstauglichkeit</b> (dieser Begriff ist der richtige!). Die sieben Dialogprinzipien sind natürlich <b>ultrageheim</b> und darum sind sie auch nur hier zu <a name="prinzipien">finden</a>: <ul><li><b>Aufgabenangemessenheit:</b> Bedeutet, dass der Benutzer bei dem, was er vorhat, mit dem genau richtigen und passenden Funktionsumfang unterstützt wird und er einfach und direkt zum Ziel kommt. Zum Beispiel sollen in einem Kontaktformular keine Pflichtangaben verlangt werden, wenn diese gar nicht nötig sind.</li><li><b>Selbstbeschreibungsfähigkeit:</b> Ganz offensichtlich erkennbar sein muss für den Benutzer, wo er sich gerade befindet, welche Möglichkeiten er nun hat, und wie diese ausgeführt werden. Zum Beispiel bei einem Bestellvorgang anzeigen, bei welchem Schritt man sich gerade befindet.</li><li><b>Steuerbarkeit:</b> Der Benutzer soll zu jeder Zeit den Ablauf des Systems beeinflussen können, also immer die Kontrolle behalten über das, was gerade passiert und vorheriges notfalls rückgängig machen können. Zum Beispiel eine E-Mail nicht sofort abschicken müssen, sondern erstmal für später abspeichern können.</li><li><b>Erwartungskonformität:</b>Bedeutet, dass der Benutzer alles dort vorfindet, wo er es erwartet, entweder weil er es aus diesem System oder ähnlichen bereits so kennt oder aber aus Bezügen zum realen Leben. Zum Beispiel sind gleiche Funktionen auch immer gleich benannt und immer an der gleichen Stelle zu finden.</li><li><b>Fehlertoleranz:</b> Wenn der Benutzer einen Fehler macht, der verzeihbar ist, dann bitte nicht wegen jeder Kleinigkeit nerven, sondern darüber hinwegsehen und wenn möglich korrigieren oder zumindest eine aussagekräftige Fehlermeldung ausgeben. Zum Beispiel bei einer Eingabe unnötige Leerzeichen automatisch entfernen.</li><li><b>Individualisierbarkeit:</b> Der Benutzer muss die Möglichkeit haben, alles an seine Bedürfnisse und Fähigkeiten anzupassen. Zum Beispiel bei einer Sehbehinderung die Schriftgröße der Internet-Seite einstellen können.</li><li><b>Lernförderlichkeit:</b> Bedeutet, dass das System selbst dabei helfen soll, die Benutzung zu erlernen sowie besondere Eigenheiten aufzeigen. Zum Beispiel im Rahmen einer fortgeschrittenen Anleitung alle Tastenkürzel demonstrieren.</li></ul> Und da man Prinzipien gerne mal vergisst, sind diese sieben ganz offiziell in der der <b>ISO-Norm 9241-110</b> festgelegt. Wenn Du nun ein System zum Testen vor Dir hast, kannst Du dich also an diesen <b>Prinzipien entlang hangeln</b>. Das ersetzt natürlich nicht alle Test- und Prüf-Methoden, aber leistet einen guten Beitrag und bietet viele überzeugende Argumente. https://www.usability3000.de/die-heiligen-sieben-dialogprinzipien-/52.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/die-heiligen-sieben-dialogprinzipien-/52.html Thu, 19 Jul 2012 22:10:43 +0200 Von Tür zu Tür: Toiletten-Usability Teil 2 <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/51.jpg" title="Schild mit dem Text: Für unsere werten Gäste ist die Toilettenbenutzung ..." alt="Schild mit dem Text: Für unsere werten Gäste ist die Toilettenbenutzung ..." width="200" style="border: 0px"><a href="http://www.usability3000.de/Madonna-und-die-Toiletten-Tueren/33.html" rel="Jan Uhlenbrok">Blöde Beschriftungen an Toiletten-Türen</a> verfolgen mich irgendwie. An der Tür für die Männer-Toilette bei Burger King sah ich letztens ein <b>Schild</b> mit der Beschriftung: "Für unsere werten Gäste ist die Toilettenbenutzung kostenlos. Ihr SSP - Team". Unterhalb der Tür ist ein Einwurf für Geld. Brauche ich ja glücklicherweise nicht, denn ich bin Gast. Das weiß die Tür aber leider nicht und lässt mich darum auch <b>nicht</b> trotz drücken und ein bisschen dagegentreten <b>rein</b>. Was nun zu tun ist, um als Gast kostenlos auf's Klo zu gehen, bleibt irgendwie <b>ziemlich unklar</b>. Und überhaupt: Für welche Gäste ist es denn kostenlos? Die vom SSP-Team (was ist das überhaupt?) oder doch die von Burger King? Ein besserer Text für das Schild wäre sicher: "Für Restaurant-Gäste ist die Toilettenbenutzung kostenlos. Bitte melden Sie sich an der Kasse.". Somit ist klar, <b>wen</b> das Schild anspricht und <b>was</b> zu tun ist. Und da sich das ganze <b>Gebrauchstauglichkeits-Drama</b> an einem Flughafen abspielte, wäre der Hinweis zusätzlich in einer englischen Variante perfekt. https://www.usability3000.de/von-tuer-zu-tuer-toiletten-usability-teil-2/51.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/von-tuer-zu-tuer-toiletten-usability-teil-2/51.html Mon, 25 Jun 2012 14:39:35 +0200 Hundert Zeichen und kein bisschen weise <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/48.jpg" title="Eingabefeld ohne Anzeige der verbleibenden Zeichenanzahl" alt="Eingabefeld ohne Anzeige der verbleibenden Zeichenanzahl" width="200" style="border: 0px">Auf einer mehr oder weniger bekannten Internet-Seite wurde ich dazu aufgefordert, mich selbst in <b>100 Zeichen</b> zu beschreiben. Ansich ist das schon je nach Charakter schwierig genug, aber es wurde mir tatsächlich noch schwieriger gemacht. Denn die spannende Frage bei der Eingabe lautet: <b>Wieviele</b> Zeichen habe ich denn noch zur Verfügung? Da hilft nur <b>raten</b> und ausprobieren, die Eingabe abschicken und hoffen, dass es nicht zu viele Zeichen sind. Eine einfache Anzeige, die die <b>verbleibenden Zeichen</b> anzeigt, fehlt nämlich. Somit wird diese eigentliche simple Aufgabe ruckzuck komplex bis hin zu sehr <b>frustrierend</b>. Was ist gegen einen Hinweis wie "Noch 42 Zeichen zur Verfügung" einzuwenden? Gar nichts. Hier wurde das Dialogprinzip der <b>Selbstbeschreibungsfähigkeit</b> nicht eingehalten. Denn wenn schon eine dermaßen beschränkte Eingabemöglichkeit vorhanden ist, sollte dem Benutzer zumindest mit <b>Informationen</b> über die erwartete Eingabe weitergeholfen werden. Anders gesagt: Das Eingabefeld und was damit zu tun ist <b>erklärt sich von selbst</b>. Übrigens: die Selbstbeschreibungsfähigkeit gehört zu den <a rel="Jan Uhlenbrok" title="Beitrag lesen" href="http://www.usability3000.de/die-sieben-dialogprinzipien-/52.html">sieben Dialogprinzipien</a> für eine möglichst gebrauchstaugliche (oder benutzerfreundliche oder einer guten Usability entsprechenden) Gestaltung von Internet-Seiten und Programmen. https://www.usability3000.de/hundert-zeichen-und-kein-bisschen-weise/48.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/hundert-zeichen-und-kein-bisschen-weise/48.html Mon, 28 May 2012 10:10:35 +0200 Die zwei Seiten einer AGB <b>61 Seiten</b> hat die Apple iTunes - Allgemeine Geschäftsbedingung (<b>AGB</b>) mittlerweile. 61 Seiten, die natürlich <b>niemand liest</b>, wenn er nur ein kleines Programm für sein iPhone oder iPad herunterladen will. Aber man müsste es eigentlich. Denn immerhin handelt es sich um einen <b>Vertrag</b>, dem man zustimmt. Mit allen Rechten, Pflichten und möglicherweise versteckten <b>Lamas</b>. Daher: Das schlechte Gewissen, irgendwas oder irgendwem <b>ungelesen zuzustimmen</b>, bleibt. Wenn es sich auch mit jedem "Ja, ich habe die AGB gelesen und akzeptiert" deutlicher weniger stark bemerkbar macht. Apple ist da natürlich keine Ausnahme, auch andere Anbieter von Internetseiten scheinen <b>viel Spaß</b> an langen AGB zu haben. <b>Lesefreundlicher</b> hat es die Seite <a href="http://www.500px.com/terms" target="_blank" title="Zu den AGB von 500px.com">500px.com</a> gelöst. Die AGB (im Englischen "Terms of Service" genannt) sind auch hier nicht gerade kurz, aber: Alle Paragraphen der AGB sind rechts daneben mit <b>kurzen Erklärungen</b> versehen. Diese fassen die einzelnen Paragraphen zusammen. Kurze, großgeschriebene Sätze helfen hier, die Informationen <b>schnell zu erfassen</b>. <img src="http://www.usability3000.de/bilder/47_agbs.gif" border="0" width="580" title="Auszug der AGB von 500px.com mit dem vollständigen Text links, der einfachen Erklärung rechts" class="pic_big" /> Die kurzen Erklärungen sind allerdings <b>nicht rechtlich bindend</b>, und natürlich könnte rechts auch eine zu oberflächliche und vielleicht sogar falsche Erklärung stehen. <b>Aber:</b> Ob man nun AGB ganz ohne zu Lesen zustimmt oder <b>vielleicht</b> auf ein falsche Erklärung hereinfällt, da ist das Letztere dann doch das kleinere der zwei Übel. Beim Besucher der Internetseite hinterlassen die Erklärungen zumindest ein <b>weniger schlechtes Gefühl</b>. https://www.usability3000.de/die-zwei-seiten-einer-agb/47.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/die-zwei-seiten-einer-agb/47.html Thu, 03 May 2012 21:41:53 +0200 Nicht ohne meinen Anhang! Hand hoch: Wer hat schon einmal vergessen, an eine <b>E-Mail</b> den versprochenen <b>Anhang</b> zu hängen? Ein wahrer Dschungel aus Händen müsste nun zu sehen sein. Kann nicht irgendein <b>verrückt</b>-genialer Wissenschaftler mit viel Freizeit etwas erfinden, dass das nicht mehr vorkommt? Irgendwas mit Gedankenlesen und mit in die Zukunft schauen müsste das ja sein. Oder aber man macht es ganz einfach. In dem kostenlosen E-Mail - Programm <b>"Pegasus Mail"</b> ist dieses Gedankenlesen bereits umgesetzt. <b>Erwähnt</b> man nämlich in der E-Mail, die man schreibt, das Wort <b>"Anhang"</b>, so erscheint, falls man keinen Anhang an die E-Mail hängt, beim Senden der Hinweis: <b>"Wollten Sie evtl. Anhänge anfügen?" </b>. <img src="http://www.usability3000.de/bilder/46_anhang.jpg" border="0" width="580" title="Das E-Mail - Programm mit einer neuen Nachricht" class="pic_big" /> Dazu gibt es eine Erklärung, <b>warum</b> diese Meldung erscheint und <b>wie</b> man einen Anhang anfügen könnte, wenn man will. Aus Usability-Sicht ist damit <b>alles richtig</b> gemacht. Simpel, jedoch unglaublich hilfreich. So eine unterstützende Funktion darf man schon mal abfeiern. Das E-Mail-Programm "Pegasus Mail" kann übrigens hier heruntergeladen werden: <a href="http://www.pmail.com" title="Zur Homepage von Pegasus Mail" alt="Zur Homepage Usability Bremen" target="_blank">pmail.com</a> https://www.usability3000.de/nicht-ohne-meinen-anhang/46.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/nicht-ohne-meinen-anhang/46.html Wed, 11 Apr 2012 17:34:41 +0200 Der Gift-Finder <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/45.jpg" title="Eine Verlinkung mit der Aufschrift: Gift Finder" alt="Eine Verlinkung mit der Aufschrift: Gift Finder" width="200" style="border: 0px"><b>"Gift Finder"</b>? Beim Besuch eines Online-Shops für "Gadgets" (ziemlich nutzlose, aber coole Computer-Spielereien) erschien mir diese Aufschrift doch sehr provokant. Etwas rätseln und dann war die Lösung zumindest mir klar: "Gift" ist ein <b>englischer Begriff</b> und bedeutet unter anderem "Geschenk". Hinter "Gift Finder" versteckt sich also eine Funktion, um <b>Geschenkideen</b> und Geschenke zu finden. Die <b>Erwartung</b>, die der Besucher beim Besuch dieses Online-Shops aufgrund der vielen deutschen Wörter jedoch hat, ist, dass alle Begriffe auf Deutsch sind. Und da "Gift" auch ein deutsches Wort sein kann, ist es natürlich extrem <b>verwirrend</b>. Problem ist nun: Da ein Besucher des Online-Shops nach dem Begriff "Geschenk" suchen würde, <b>übersieht</b> er diese Funktion. Auf "Gift Finder" wird er höchstens aus Neugier oder einer ziemlich bösen Absicht heraus klicken. Die Funktion bleibt <b>ungenutzt</b>, der Besucher wechselt zur Konkurrenz, wo er die entsprechende Funktion sofort findet. Eine Empfehlung ist also ganz klar die Umbenennung von "Gift" auf "Geschenk", um damit die <b>Erwartungskonformität</b> zu erfüllen und sprachliche <b>Konsistenz</b>, also eine einheitliche Verwendung der Sprache, zu erreichen. https://www.usability3000.de/der-gift-finder/45.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/der-gift-finder/45.html Wed, 21 Mar 2012 23:13:33 +0100 Null-Toleranz bei NDR 2 Die Möglichkeit, das <b>Radioprogramm im Nachhinein</b> zu ermitteln, ist wirklich eine gute Sache. Man muss sich nur die <b>ungefähre Uhrzeit</b> merken, zu der man etwas im Radio gehört hat, und kann dann auf der Homepage des jeweiligen Radiosenders anhand dieser Uhrzeit nachforschen, um welches Lied und welche Band es sich handelt. Auf der NDR 2-Homepage ist dies ganz einfach mit einer <b>Tagesauswahl</b> und einem Feld für die Eingabe der <b>Uhrzeit</b> gelöst. Zwei simple Auswahl- beziehungsweise Eingabefelder also, von denen sich aber, zumindest aus Sicht eines <b>super</b>-aufmerksamen Usability-Engineers, jedes nochmals optimieren lässt. <img src="http://www.usability3000.de/bilder/42_ndr2_toleranz.jpg" border="0" width="580" title="Formular zur Liedersuche (Playlist) auf ndr2-Homepage" alt="Formular zur Liedersuche (Playlist) auf ndr2-Homepage" class="pic_big" /> Gibt man in das Eingabefeld für die Uhrzeit zum Beispiel "22:45", werden alle Lieder ermittelt, die so ungefähr um viertel vor elf im Radio liefen. Gibt man jedoch <b>nur "23"</b> ein, um nach Liedern zu suchen, die um 23 Uhr herum gespielt wurden, erscheint die Fehlermeldung <b>"Sie müssen eine gültige Uhrzeit eingeben"</b>. Was eine gültige Uhrzeit ist, wird nicht erklärt. Worauf aber scheinbar abgezielt wird, ist die <b>syntaktisch korrekte</b> Eingabe der Uhrzeit. Also die Schreibweise, die sich der Programmierer gewünscht hat, weil es für ihn so am einfachsten war. Besser wäre es jedoch, bei Eingabe einer einfachen Zahl, also zum Beispiel "23", das <b>fehlende</b> ":00" <b>automatisch</b> zu ergänzen und damit keine Wiederholung der Eingabe herbeizuführen und außerdem damit die Eingabezeit zu verkürzen. Das Dialogprinzip der <b>Fehlertoleranz </b>findet hier seine Anwendung, nämlich den Vorgang, in diesem Fall die Suche nach einem Lied, auch bei Fehlern aufrechtzuerhalten. Wenn ein Fehler verzeihbar ist, dann sollte er auch erlaubt und stattdessen intelligent im Hintergrund <b>korrigiert</b> werden. Und warum die Auswahl für den Tag <b>ausgegraut</b> ist und damit "deaktiviert" und nicht anklickbar erscheint, bleibt mir abschließend sehr rätselhaft. Zumindest aber wird gut farblich darauf hingewiesen, welche Werte bei der Eingabe "falsch" sein sollen. Das Prinzip der <b>Fehlertoleranz</b> ist übrigens eines der <a rel="Jan Uhlenbrok" title="Beitrag lesen" href="http://www.usability3000.de/die-sieben-dialogprinzipien-/52.html">sieben Dialogprinzipien</a> für eine möglichst gebrauchstaugliche Gestaltung von Programmen. https://www.usability3000.de/null-toleranz-bei-ndr-2/42.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/null-toleranz-bei-ndr-2/42.html Thu, 08 Mar 2012 17:04:54 +0100 Der Griff ins Klo-Papier <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/40.jpg" title="Klopapier-Packung mit integriertem Griff" alt="Klopapier-Packung mit integriertem Griff" width="200" style="border: 0px">Es ist ein Kreuz mit dem <b>Kauf von Klopapier</b>. Die Rollen sind in rechteckiger Form zusammengepackt. Zwei mal fünf Rollen, das macht 25 Zentimeter in der Breite, und 60 Zentimeter in der Länge. Oder andersrum, je nachdem. <b>Zu groß</b> für jede herkömmliche Einkaufstasche. Um eine Ladung Klopapier nun ohne Auto zu transportieren, kann man sie nur auf den Gepäckträger klemmen (was aber meistens nicht passt) oder <b>möglichst ungeschickt</b> unter den Arm klemmen. Aufgrund der unnatürlichen Haltung wird der Arm irgendwann lahm, man bleibt stehen, klemmt die Verpackung unter den anderen Arm, und so weiter. Ja, wäre da nicht die super <b>Idee</b> mancher Hersteller. In eine Seite der Verpackung wird einfach ein (nennen wir es mal) <b>Griff</b> gestanzt. Und damit ist es kein Problem mehr, die Packung zu transportieren. Die Mehrkosten dafür: vermutlich so gut wie keine. In diesem Fall wurde deutlich weiter als nur über die Herstellung des Produktes nachgedacht, nämlich auch über das <b>"Danach"</b>. Was passiert mit dem Produkt danach, wie handhabt es der Nutzer, wo treten die typischen Probleme auf? Die Ergebnisse solcher Überlegungen und <b>Beobachtungen</b> sind oftmals simpel, aber viel wert und enden immer in der Frage "Warum sind wir da nicht eher draufgekommen?". https://www.usability3000.de/der-griff-ins-klo-papier/40.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/der-griff-ins-klo-papier/40.html Wed, 08 Feb 2012 20:58:42 +0100 Spülmaschine, bitte melde Dich! <img src="http://www.usability3000.de/bilder/16_spuelmaschine.jpg" border="0" width="580" title="Im Bild: Eine versteckte Spülmaschine" alt="Im Bild: Eine versteckte Spülmaschine" class="pic_big" /> In diesem Bild befinden sich <b>zwei</b> Spülmaschinen. Eine rechts, ganz klar. Und die zweite? Die ist links daneben. Also, bitte: Welcher Designer kommt auf die Idee, eine Spülmaschine <b>komplett</b> hinter einer Klappe zu <b>verstecken</b>, ohne irgendwelche kleinen Signallämpchen? Es gibt <b>keine sichtbare Rückmeldung</b>, kein visuelles Feedback, ob die Spülmaschine an ist oder nicht. Da bleibt nur vorsichtig die Klappe aufmachen, und wenn man Glück hat, kommt einem <b>kein</b> heißer Dampf entgegen. Eine <b>kleine rote Lampe</b> würde in diesem Fall bereits reichen. Leuchtet sie, ist die Spülmaschine an. Das macht die Ästhetik einer Küchenzeile sicher nicht kaputt. <b>"Sichtbarkeit ist alles"</b> sagt auch der Usability-Vorreiter Donald A. Norman. Und damit hat er Recht. Sorge daher immer für eine angemessene <b>Rückmeldung</b> oder <b>Zustandsbeschreibung</b> deiner Produkte. https://www.usability3000.de/spuelmaschine-bitte-melde-dich/39.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/spuelmaschine-bitte-melde-dich/39.html Thu, 26 Jan 2012 23:00:13 +0100 Vermessenes bei der Post <img src="http://www.usability3000.de/bilder/38_briefmarken_automat.jpg" border="0" width="580" title="Zentimeter-Maß beim Briefmarken-Automat" alt="Zentimeter-Maß beim Briefmarken-Automat" class="pic_big" /> Nicht überraschend war, dass die Post-Filiale ausgerechnet dann Mittagspause macht, wenn ich dort vorbei muss. Überraschend dagegen: Der <b>Briefmarkenautomat</b> neben der Eingangstür ist ungemein <b>benutzerfreundlich</b>. Mein <b>Problem</b> war: Ist mein Brief noch ein Standard-Brief oder schon ein Maxi-Brief? Die Maße dieser <b>Brief-Arten</b> kann man über den Bildschirm des Automaten erfahren. Aber natürlich hatte ich nichts dabei, um meinen eigenen Brief zu messen und so einer der beiden Arten <b>zuordnen</b> zu können. Gerade als ich anfangen wollte, die Post zu verfluchen, sah ich auf dem Bildschirm des Automaten den Hinweis: <b>"Eine Zentimeter-Leiste finden Sie auf dem Rahmen des Automaten"</b>. Und so war es auch. Perfekt praktisch. Die Leiste ist mir vorher nie aufgefallen, was noch mehr für einen tollen <b>Mittelweg</b> zwischen Optik und Gebrauchstauglichkeit spricht. Es reicht oftmals so wenig, um einen Benutzer glücklich und somit zu einem <b>zufriedenen Kunden</b> zu machen. https://www.usability3000.de/vermessenes-bei-der-post/38.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/vermessenes-bei-der-post/38.html Tue, 03 Jan 2012 20:41:45 +0100 World Usability Day 2011 in Bremen <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/37.jpg" title="Jan Uhlenbrok beim Vortragen" alt="Jan Uhlenbrok beim Vortragen" width="200" style="border: 0px">Mit unserem Vortrag "<b>500.000 User gegen uns</b> – Ergebnisse eines missglückten Portal-Relaunches" waren wir (Manuel Wortmann und ich) einer Einladung zum <b>"World Usability Day 2011"</b> (kurz: "WUD") nach <b>Bremen</b> gefolgt. Mit gut 80 Zuhörern konnten wir anschließend unsere präsentierten Ergebnisse zur Wichtigkeit der Benutzerfreundlichkeit diskutieren. Alle <b>Folien</b> befinden sich <a href="http://usability-bremen.de/?p=96" title="Zur Homepage Usability Bremen" alt="Zur Homepage Usability Bremen" target="_blank">hier</a>. Als regelmäßiger Teilnehmer des <b>UX-Stammtisches Bremen/Oldenburg</b> möchte ich außerdem darauf hinweisen, dass jeder aus dem Bereich Usability/User Experience in Bremen willkommen ist. Wir sind nämlich nicht nur zu Benutzern freundlich, sondern auch zu Kollegen. <b>Termine</b> werden auf der Internetseite und Twitter bekanntgegeben. Die Adressen dazu befinden sich hier: Homepage: <a href="http://usability-bremen.de" title="Zur Homepage Usability Bremen" alt="Zur Homepage Usability Bremen" target="_blank">usability-bremen.de</a> Twitter: <a href="http://twitter.com/UXHBOL" target="_blank" title="Zur Twitter-Seite von Usability Bremen" alt="Zur Twitter-Seite von Usability Bremen">twitter.com/UXHBOL</a> https://www.usability3000.de/world-usability-day-2011-in-bremen/37.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/world-usability-day-2011-in-bremen/37.html Sun, 13 Nov 2011 17:44:28 +0100 Das Waschbecken der Zukunft <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/35.jpg" title="Ein Waschbecken ohne Becken" alt="Ein Waschbecken ohne Becken" width="200" style="border: 0px">Auf der Diskomesse "DiscoContact" (keine Sorge, da war ich beruflich) befand sich auf dem Klo ein sehr, sehr, sehr <b>modernes Waschbecken</b>. Statt einem Becken mit Abflussloch gab es nur eine gerade Fläche, begrenzt durch Spalten am Rand, durch die das Wasser dann ablaufen soll. Sehr stylisch, und damit quasi ein Waschbecken ohne Becken. Dem System <b>traute</b> aber <b>keiner</b> der Gäste. Der Effekt: Sobald das Wasser aus dem Hahn floss, zuckte jeder Gast erstmal zurück und beugte sich dann möglichst weit von hinten nach vorne, damit bloß das Wasser nicht eventuell am Rand vorbeifließt und auf der Hose landet. <b>Praktisch</b> ist es vielleicht <b>unmöglich</b>, dass das Wasser vorbei- oder drüberfließen kann, aber den Benutzern vermittelte Wasser, dass ohne erkennbare Barriere auf sie zufließt, erstmal nur: <b>In Deckung</b>! Das schlechte Licht tat sein übriges dazu, die Lage falsch einzuschätzen. Leider neigen manche Designer immer noch dazu, <b>wichtige Kontrollmöglichkeiten und Rückmeldungen</b> aus ästhetischen Gründen wegzulassen. In diesem Fall führte das zu erstaunlichen Verrenkungen bei den Benutzern. https://www.usability3000.de/das-waschbecken-der-zukunft/35.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/das-waschbecken-der-zukunft/35.html Thu, 20 Oct 2011 16:36:58 +0200 Madonna und die Toiletten-Türen Beim Italiener stand ich gestern auf dem Weg zu den Toiletten-Räumen vor einer äußerst elementaren <b>Entscheidung</b>: Nehme ich die Tür mit der Aufschrift <b>"Donna"</b> oder die mit der Aufschrift <b>"Uomo"</b>? <img src="http://www.usability3000.de/bilder/33_toiletten_tueren_donna_uomo.jpg" border="0" width="580" title="Toiletten-Beschriftungen Uomo und Donna" alt="Toiletten-Beschriftungen Uomo und Donna" class="pic_big" /> Nur mit der Herleitung "Ma<b>donna</b> ist ja auch eine Frau" und anschließendem Ausschlussverfahren konnte ich vermuten, dass "Uomo" für Männer steht. Trotzdem habe ich die Tür <b>vorsichtig</b> aufgemacht und erstmal hinein gespäht. Hättest Du es <b>ohne Nachdenken</b> richtig gemacht? Wenn man auf das italienische Gefühl auch auf der Toilette nicht verzichten will, könnte man zumindest noch <b>eindeutige Symbole</b> hinzufügen. Damit meine ich nicht &#x2640; und &#x2642;, denn die werden ebenfalls nicht immer verstanden, sondern die <b>typischen</b> kleinen Figur-Schattenrisse. Symbole oder Icons wirken nur dann <b>unterstützend</b>, wenn man sie kennt und vor allem <b>erkennt</b>. Gerade auf dem Weg zur Toilette steht Funktionalität vor Design, da schadet ein eindeutiges Symbol nicht. https://www.usability3000.de/madonna-und-die-toiletten-tueren/33.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/madonna-und-die-toiletten-tueren/33.html Sun, 18 Sep 2011 14:39:18 +0200 Es führt ein Formular nach Nirgendwo Beim Bestellen eines <b>Online-Tickets</b> bei der Deutschen Bahn erscheint nach Auswahl einer Zug-Verbindung und einem Klick auf "Zur Buchung" eine Zwischenseite mit dem Titel: <b>"Jetzt die Bahncard kaufen und sofort sparen!"</b>. Dazu die Möglichkeiten, die verschiedenen Bahncards 25, 50, 100 und meinetwegen auch 10.000 direkt zu kaufen. Klingt gut, aber mein <b>Problem</b> ist: Ich habe bereits eine Bahncard. <img src="http://www.usability3000.de/bilder/32_bahncard_gross.jpg" border="0" width="580" title="Sackgassen-Formular bei der Deutschen Bahn" alt="Sackgassen-Formular bei der Deutschen Bahn" class="pic_big" /> Dieser Fall ist auf dieser Seite allerdings <b>nicht vorgesehen</b>. Ganz unten gibt es zwar den Button "Weiter ohne Bahncard", aber das kommt für mich aber nicht in Frage, denn eine Bahncard habe ich ja. Also komme ich <b>nicht weiter</b>, und wenn ich nicht auf die Deutsche Bahn angewiesen wäre, würde das jetzt zu einem <b>Abbruch</b> der Bestellung führen. Der Kunde ist verloren. Auf dieser Zwischenseite sind also <b>nicht alle Fälle</b>, die auftreten könnten, abgedeckt. Der Nutzer endet somit in einer Sackgasse. Hilfreicher ist es in diesem Fall daher, oberhalb eine Möglichkeit wie "Haben Sie bereits eine Bahncard? Dann klicken Sie hier." zu platzieren und den Button "Weiter ohne Bahncard" in "Weiter ohne Bahncard-Bestellung" umzubenennen, denn das beschreibt die dahinter liegende Funktion deutlich ehrlicher. Um Sackgassen dieser Art möglichst zu vermeiden, eignet sich aus meiner Erfahrung bereits ein <b>kurzes Brainstorming</b> mit Kollegen. <b>Lösung</b> des Problems war übrigens, dass man schon im Schritt vorher angeben musste, dass man eine Bahncard besitzt. Dann erscheint die Zwischenseite erst gar nicht. Allerdings ist die Angabe so unscheinbar, dass man sie schnell übersieht. https://www.usability3000.de/es-fuehrt-ein-formular-nach-nirgendwo/32.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/es-fuehrt-ein-formular-nach-nirgendwo/32.html Thu, 01 Sep 2011 21:56:16 +0200 Jetzt lassen wir mal die Zahlen sprechen ... ... dachten sich wohl auch die Programmierer von der Telekom, als sie die folgende <b>Fehlermeldung</b> vorgesehen hatten: <img src="http://www.usability3000.de/bilder/29_telekom_tan.jpg" border="0" width="580" title=Nichtssagende Fehlermeldung bei telekom.de" alt="Nichtssagende Fehlermeldung bei telekom.de" class="pic_big" /> 900, 910, 911? Ich wollte eigentlich nur mit Online-Überweisung statt Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen. Bitte, liebe Programmierer, zeigt mir doch dann wenigstens eine <b>Kontaktmöglichkeit</b> an, wenn eine Fehlermeldung auftritt. Sonst bleibt mir nur, tatsächlich die 911 anzurufen. Beim Texten von Fehlermeldungen immer daran denken: Das ist das, was <b>der Benutzer später sieht</b> und dem damit <b>weitergeholfen</b> werden soll. Sonst nützt das ganze nichts. https://www.usability3000.de/jetzt-lassen-wir-mal-die-zahlen-sprechen-/29.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/jetzt-lassen-wir-mal-die-zahlen-sprechen-/29.html Sun, 24 Jul 2011 15:19:45 +0200 Besseres Wetter für 9,99 Euro im Monat <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/24.jpg" title="Button mit der Beschriftung Premium Wetter kaufen" alt="Button mit der Beschriftung Premium Wetter kaufen" width="200" style="border: 0px">Wolltest Du dir schon immer mal ein <b>besseres Wetter kaufen</b>? Kein Problem: Bei wetter.de gibt es dafür den Button <b>"Premium Wetter kaufen"</b>. Natürlich verbirgt sich hinter dem Button keine Möglichkeit, auf Knopfdruck mit Silberiodid die Wolkenbildung zu beeinflussen. Vielmehr führt der Button nur auf eine Seite, um gegen Bezahlung <b>mehr Information</b> über das Wetter zu erhalten. Schade eigentlich. Auch wenn der Button vielleicht so lustig klingt, dass manche Besucher einfach aus Neugier mal draufklicken, so fühlen sich die, die wirklich diese erweiterte Information kaufen würden, <b>nicht angesprochen</b>. Besser ist es, den Button zum Beispiel "Mehr Information" zu nennen und darunter kurz die wichtigsten <b>Schlagworte</b> ("Blitzradar", "Satellitenbilder", ...), welche die <b>Zielgruppe ansprechen</b>, sowie eine Preisangabe aufzuführen. Buttons oder Links sollten so <b>beschriftet</b> sein, dass jeder Besucher weiß, was sich <b>dahinter verbirgt</b> und schnell entscheiden kann, ob ein Klick für ihn in Frage kommt oder nicht. https://www.usability3000.de/besseres-wetter-fuer-999-euro-im-monat/24.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/besseres-wetter-fuer-999-euro-im-monat/24.html Thu, 30 Jun 2011 10:29:18 +0200 Haupteingang benutzen? Gerne! Nur wo? <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/22.jpg" title="Schild mit dem Text: Bitte benutzen Sie den Haupteingang" alt="Schild mit dem Text: Bitte benutzen Sie den Haupteingang" width="200" style="border: 0px">Auf meinem Weg nach Hause komme ich regelmäßig am Gebäude des Arbeitsamts vorbei, da ich aber eine Nebenstraße benutze, sehe ich eigentlich nur die Rückseite des Gebäudes. An einer Tür auf dieser Rückseite hängt ein Schild mit dem Hinweis: <b>"Bitte benutzen Sie den Haupteingang"</b>. Alles klar, daraus kann ich zwar schließen, dass ich diese Tür vermutlich nicht öffnen kann (was ich ohnehin spätestens beim Selbstversuch gemerkt hätte), aber die wirklich <b>nützliche Information fehlt</b>: <b>Wo</b> ist denn der Haupteingang? Die <b>Hilfestellung</b>, die das Schild eigentlich geben sollte, ist <b>unvollständig</b> und hilft bei er Erfüllung meiner eigentlichen Absicht, nämlich auf dem kürzesten Weg ins Arbeitsamt zu gelangen, nur so halb weiter. Entweder suche ich nun nach dem Haupteingang oder ich frage jemanden. Wie ginge es besser? Natürlich wäre es am einfachsten, einfach auf dem Zettel die Angabe <b>"(50 Meter links)"</b> zu ergänzen, und noch zur optischen Verdeutlichung (links und rechts verwechselt jeder gerne mal) noch einen <b>symbolischen Pfeil</b> daneben zu setzen. Platz genug ist da. So ein Schild ist übrgigens nichts anderes als eine <b>Fehlermeldung</b> im Computer. Und das Problem der halbvollständigen Meldungen existiert auch hier. Wer kennt nicht die Meldung "Ihr gewähltes Passwort ist zu kurz."? Ja, wie lang soll es denn sein? https://www.usability3000.de/haupteingang-benutzen-gerne-nur-wo/22.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/haupteingang-benutzen-gerne-nur-wo/22.html Sun, 26 Jun 2011 15:20:19 +0200 Das Ein-Aus-Spiel <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/14.jpg" title="Die Ein-/Aus-Taste auf der Tastatur" alt="Die Ein-/Aus-Taste auf der Tastatur" width="200" style="border: 0px">Zur Bedienung des Computers in unserem Besprechungsraum haben wir in der Firma eine <b>kabellose Tastatur</b>. Erstmal sehr praktisch, wenn man die Tastatur unter den Kollegen am Tisch herumreichen muss. Kommt man nun in den Besprechungsraum, schaltet man als erstes den Computer ein. Was macht man als zweites? Man will die kabellose <b>Tastatur</b> auf dem Tisch <b>einschalten</b>. Auf der Tastatur gibt es eine große, optisch abgesetzte Taste mit der typischen <b>Ein-/Aus-Symbolik</b>. Jeder Ahnungslose drückt reflexmäßig auf diese Taste, um damit die Tastatur einzuschalten (denn vom reinen Verständnis muss die kabellose Tastatur ja ausgeschaltet sein, sonst würde sie die ganze Zeit Strom verbrauchen). Der Effekt: Der gerade erst gestartete <b>Computer</b> fährt wieder <b>herunter</b>. Man wundert sich kurz, schaltet den Computer nochmal ein, drückt wieder die Ein-/Aus-Taste auf der Tastatur, der Computer schaltet sich wieder aus. Erst dann (oder nach ein paar Versuchen mehr) wird dem Benutzer <b>klar</b>: Die Ein-/Aus-Taste an der Tastatur schaltet <b>nicht</b> die Tastatur, sondern den Computer ein. Jedem meiner Kollegen ist das bislang mindestens einmal passiert. Mir persönlich dreimal. Um diese <b>Irreführung</b> zu vermeiden, sollte die Ein-/Aus-Taste nicht so auffällig platziert sein. Auch wäre ein <b>Symbol</b> oder besser ein kurzes <b>Wort</b> wie "Computer" auf oder über der Taste denkbar. Die anderen Tasten haben das. Und wie geht die kabellose Tastatur nun eigentlich an? Man drückt irgendeine Taste, außer natürlich selbstverständlich die Ein-/Aus-Taste. https://www.usability3000.de/das-ein-aus-spiel/14.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/das-ein-aus-spiel/14.html Sat, 30 Apr 2011 22:49:51 +0200 Benutzerfreundlichkeit bei ALDI im Angebot <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/12.jpg" title="ALDI-Prospekt-Ausschnitt mit Werbung für Benutzerfreundlichkeit" alt="ALDI-Prospekt-Ausschnitt mit Werbung für Benutzerfreundlichkeit" width="200" style="border: 0px">In einem der neuen ALDI-Prospekte wird doch tatsächlich für eine Stereoanlage mit dem Argument <b>"Benutzerfreundliches Touch-Bedienfeld"</b> geworben. Über das Wort "benutzerfreundlich" kann man natürlich streiten (zeigt das Bedienfeld dem Benutzer beim Einschalten vielleicht jedes Mal ein freundliches Lächeln an?), aber grundsätzlich finde ich es gut, wenn man <b>Benutzerfreundlichkeit</b> (oder Gebrauchstauglichkeit oder Usability) als <b>Kaufargument</b> sieht. Denn das ist es ja auch. Eine Waschmaschine, die meine Oma nicht bedienen kann, kaufe ich ihr ganz einfach nicht. Und das solltest Du auch nicht tun (also für deine Oma, nicht für meine). Achte beim Kauf darauf, <b>für wen</b> Du es kaufst, und das das Gerät für diese Person den Zweck <b>effizient und mit Zufriedenheit</b> erfüllt. Das erspart Dir (und deiner Oma) eine Menge Frust. Von "Benutzerfreundlichkeit" wird in Fachkreisen übrigens ungern gesprochen. Der Begriff <b>"Gebrauchstauglichkeit"</b> ist die korrekte Übersetzung von "Usability". https://www.usability3000.de/benutzerfreundlichkeit-bei-aldi-im-angebot-/12.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/benutzerfreundlichkeit-bei-aldi-im-angebot-/12.html Sat, 30 Apr 2011 22:32:16 +0200 YouTube nimmt auch nicht jeden An <b>unaussagekräftige Fehlermeldungen</b> im Internet, zum Beispiel beim fehlerhaften Ausfüllen von Kontakt-Formularen, ist man mittlerweile gewöhnt und manchmal denke ich, man wird sie so schwer los wie Fußpilz. Auch das Videoportal YouTube.com hat da so seine Schwachstellen. Nach dem Versuch, mich dort zu registrieren, zeigte mir die Seite in einem recht schlichtem Design (was auch schon mal sehr irritierend war, denn ich wusste gar nicht, ob ich mich überhaupt noch auf YouTube befinde) folgende Meldung an: <b>"Aufgrund der Informationen, die du uns übermittelt hast, darfst du leider kein Konto bei YouTube erstellen."</b> <img src="/bilder/11_youtube_fehler_gross.jpg" border="0" width="580" title="Unzureichende Youtube-Fehlermeldung" alt="Unzureichende Youtube-Fehlermeldung" class="pic_big" /> Diese Meldung ist offensichtlich ziemlich <b>allgemein gehalten</b> (und klingt außerdem fast schon ein wenig anklagend), und hilft mir daher in keinster Weise weiter. Ich weiß absolut nicht, was ich falsch gemacht haben könnte und es gibt auch keinen Verweis auf eine <b>Hilfe oder einen Kontakt</b>. Am Besten wäre aber natürlich ein <b>konkreter Hinweis</b>, welche meiner Eingaben nun falsch war. Vielleicht war ja nur mein Pseudonym schon vergeben, oder ich habe vergessen, mein Alter einzugeben. In diesem Fall müsste die Meldung <b>mindestens</b> lauten: <b>"Bitte gebe dein Alter in der Form Tag.Monat.Jahr ein."</b> Doch so kann jetzt nur raten oder es gleich ganz sein lassen mit dem Registrieren. Fehlermeldungen sollten immer ein <b>Hinweis</b> und Hilfe oder <b>Lösungsvorschlag</b> zugleich sein. Anstatt "Ihr Passwort ist zu kurz" biete deinem Nutzer mindestens "Ihr Passwort ist zu kurz (mindestens 4 Zeichen)" an. Hier findet das <a rel="Jan Uhlenbrok" title="Beitrag lesen" href="http://www.usability3000.de/die-sieben-dialogprinzipien-/52.html">Dialogprinzip</a> <b>"Fehlertoleranz"</b> Anwendung. https://www.usability3000.de/youtube-nimmt-auch-nicht-jeden/11.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/youtube-nimmt-auch-nicht-jeden/11.html Sat, 30 Apr 2011 22:23:36 +0200 Ohne Dich geht es nicht - Lob und Kritik hier! <img align="left" src="https://www.usability3000.de/bilder/1.jpg" title="Eine Sprechblase ... mit Hass erfüllt" alt="Eine Sprechblase ... mit Hass erfüllt" width="200" style="border: 0px">Zugegeben, eigentlich müsste dieser Blog <b>super perfekt</b> benutzerfreundlich-gebrauchstauglich-"usable" sein. <b>Eigentlich</b>. Natürlich habe ich den Blog mit Freunden getestet, aber, und das ist eine wichtige Erkenntnis, Freunde tun sich mit Kritik schwerer als andere. Darum sind es auch die denkbar <b>schlechtesten</b> Nutzer für einen Test. Dafür aber die billigsten. Praktischerweise aber gibt es Dich, den <b>Besucher</b> meines Blogs. Gefällt Dir meine Schreibweise? Das Design ist häßlich oder total wunderbar? Die Themen sind langweilig? Also, her mit <b>deinen Rückmeldungen</b>. <b>Anonym</b> kritisiert es sich im Internet zudem meist besser. Du kannst deine Meinung <b>als Kommentar</b> hier hinterlassen oder mir eine E-Mail an <a href="MailTo:jan@usability3000.de" title="Jan eine E-Mail schreiben">jan@usability3000.de</a> schicken. Ein wichtiger Hinweis in eigener Sache trotzdem noch: In unserem Kulturkreis wird durchschnittlich zwölfmal öfter Kritik statt Lob ausgesprochen. So wird aus einem Kulturkreis auch mal schnell ein Kritikkreis. Und Kreise, seien es Teufelskreise oder Stuhlkreise, sind nicht gerade meine Lieblinge. Ich freue mich also auch über <b>Lob</b>. https://www.usability3000.de/ohne-dich-geht-es-nicht---lob-und-kritik-hier/1.html Jan Uhlenbrok, jan@usability3000.de https://www.usability3000.de/ohne-dich-geht-es-nicht---lob-und-kritik-hier/1.html Sun, 01 Jan 2012 19:16:47 +0100